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Um den wunderschönen Railcar #4 der B&TNL zu bauen, habe ich den sehr guten Bausatz von Michael Carl - teetrix- verwendet. Als Antrieb dient eine Roco BR 112 (DR), Bestellnummer 72857.

Die Lionstone Valley Railway lies 1921 einen Triebwagen in Lizenz der deutschen NAG bauen, der als #3 den Personenverkehr bedienen sollte. Schon bei den ersten Fahrten war man sehr unzufrieden. Die B&TNL konnte suchte dringend ein Fahrzeug dieser Art, um den Bedarf nach mehr Verbindungen mit eher geringer Fahrgastzahl zu decken. Durch das Verhandlungsgeschick von Therese konnte man diesen Triebwagen sehr günstig erwerben. Durch Motortausch und ein paar weitere Anpassungen wurde aus dem störungsanfälligen Fahrzeug ein sehr zuverlässiger Triebwagen, der sich oft auch im Güterverkehr nützlich machen durfte.

Nach dem kleinen historischen Exkurs nun der Bau des Fahrzeugs in 0e. Fangen wir mit dem Fahrwerk an. Wie das Gehäuse entfernt wird zeigt die Bedienungsanleitung. Und so geht es dann weiter:

Bevor es an das Lackieren geht, sollte man überlegen ob eine Digitalisierung mit Geräuscheffekten erfolgen soll und wo man den Lautsprecher einbaut. Ich habe mich dafür entschieden den Lautsprecher unten in den "Tank" einzubauen, was bei meinem Lautsprecher eine 24 mm Bohrung erfordert. Da ich keine Fräse habe, bohrte ich viele kleine Löcher und sägte mit der Laubsäge das Ganze aus - eine mühsame Arbeit. Ich musste noch mit der Rundfeile nacharbeiten bevor ich das kleine Lautsprechergehäuse mit Stabilit express einkleben konnte. Zuvor habe ich noch an einen einen kleinen Spalt für die beiden Lautsprecherleitungen gedacht.

Nach dem Säubern und Entfetten können dann die Drehgestellblenden und das Chassis grundiert und lackiert werden. Bei der B&TNL waren die Fahrwerke entweder schwarz oder dunkelgrau.

Während die Farbe trocknet kann man sich mit dem Fahrgastraum des Triebwagens beschäftigen. Die erforderlichen Teile werden aus der gelaserten Platte herausgelöst und die Innenseiten nach Wunsch eingefärbt. Die kleine Anleitung gibt ausreichende Hinweise. Bezüglich der Sitze hat Therese damals entschieden, dass eine einfache Polsterung eingebaut wird, ich habe das mit farbigem Papier nachgebildet. Und so sieht es zu Beginn dann aus:

Hat man alles soweit vorbereitet, geht es an das Zusammenfügen, was durch die entsprechenden Nasen ganz einfach geht. Ich habe ganz normales "blaues" Ponal verwendet, also die wasserfeste Version des Holzleims. Aufgebracht habe ich den Leim mittels Zahnstochers, nach kurzer Übung geht das recht flott von der Hand. Vor dem Verkleben sollte man alles schon mal trocken zusammensetzen, ggf. hilft ein kleiner Strich mit einer Schlüsselfeile (auch eine Nagelfeile kann hilfreich sein!).

War die erste Seite recht einfach, weil man ein Teil nach dem anderen einkleben konnte, so muss man bei der letzten Seite alles auf einmal verkleben. Gut wenn man vorher schon mal geprüft hat, dass auch wirklich alles gut ineinander passt. Bei mir war die Passgenauigkeit wirklich sehr gut - ein großes Lob an der Bausatzersteller! Fertig sieht es dann so aus:

Auf den beiden letzten Bildern sieht man die zusätzlichen Stege mit je 2 Löchern. Damit wird das Gehäuse später mit dem Chassis verschraubt.

Zuvor wird aber die Bodenplatte gebaut, die aus 3 Teilen besteht und entsprechend zusammengeklebt werden muss.

Es empfiehlt sich zu prüfen, ob es dann auch sauber auf das Chassis passt. Ich musste minimal nacharbeiten, was mit einer guten Feile ganz schnell und einfach von der Hand geht.

Wenn alles passt, kann man den inneren Fahrgastraum mit der Bodenplatte verkleben. Anschließend sollte man wieder eine Prüfung machen. Hier musste ich ebenfalls wieder etwas nacharbeiten.

Ich muss ja zugeben, dass ein "Teak-Triebwagen" einfach nur schön ist. Das nachfolgende Bild zeigt das Modell von Hans Raveja und ich habe es im Oktober 2018 auf einer Fremo-Veranstaltung in Stromberg auf dem Modul von Arthur Hintermann fotografiert.

Aber da die B&TNL ihre Fahrzeuge in "Alberta-blau" lackiert hat, möchte ich das auch bei dem Triebwagen entsprechend machen. Holz muss geschützt werden und so ist Farbe ganz allgemein absolut korrekt. Um die Holzteile, die sich beim Lackieren minimal(!) verzogen haben, sauber zu verkleben, haben sich Magnete und eine Metallplatte von Kadee bewährt.

Nun gilt es die Führerstände zu bauen. Auch das ist recht einfach dank der genialen Konstruktion des Bausatzes.

Ich habe mich aber aus Servicegründen entschlossen, hier etwas abzuweichen. Ich möchte zu einem späteren Zeitpunkt in der Lage sein an die Technik heranzukommen und deshalb sollen die Führerstände separat abnehmbar sein. Wer das nicht möchte, sollte unbedingt zuerst den Fahrgastraum mit den Führerständen verkleben und erst dann das Ganze auf den Rahmen kleben. Ich klebe ein Klötzchen in die Führerstand, so dass ich diese mit je einer kleinen Schraube von unten befestigen kann. Da die Türen etwas in den Rahmen hineinragen muss ich aber die Nasen abfeilen.

Und so sah der Triebwagen in der Werkstatt der B&TNL damals vermutlich auch aus.

Nachdem man bei der B&TNL den Triebwagen neu motorisiert hat, wollte ich das im Modell natürlich ebenfalls tun. Dazu muss man das Fahrwerk zuerst wieder wie schon beschrieben zerlegen zerlegen. Der Einbau geht normalerweise ganz einfach, die Firma sb Modellbau liefert einen Umbausatz, der eigentlich keinerlei Arbeiten am Modell erfordert.

Anmerkung zu dem Bild: ich habe bereits die Kardanwelle von Roco montiert, welche nur gesteckt ist.

Da ich aber einen Lautsprecher eingebaut habe, gab es die ebene Auflagefläche nicht mehr, welche ich mittels Verspachteln mit Stabilit express und Planfräsen wieder hergestellt habe.

Nun wird zuerst der Lautsprecher eingebaut, weil man dann die Drähte leichter einfädeln kann.

Bevor ich die Platine wieder eingebaut habe, habe ich noch die überflüssige Stirnbeleuchtung entfernt und Steckverbindungen für die neuen Laternen eingelötet.

Danach heißt es: Platine einbauen, Kabel anlöten und analoge Probefahrt machen. In Fahrtrichtung rechts ist der Pluspol an den Schienen. Bei mir lief das Modell prompt falsch herum, so dass ich die Motorleitungen über Kreuz anlöten musste. In weiser Voraussicht (oder war es vielleicht doch nur Glück?) waren die Kabel lang genug.

Es gibt auch noch eine Steckverbindung für die Innenbeleuchtung.

Anmerkung: die Lötarbeiten sind für mich aufgrund meiner schlechten Augen extrem schwierig. Eine extra starke Leuchtlupe mit 5-facher Vergrößerung hilft mir ein wenig, aber bei weitem nicht genug, dass ich einen Kondensator zum Überbrücken von schlechter Stromaufnahme an den Decoder anlöten kann. Ich habe das bei den LGB-Loks für die Enkelkinder versucht und bin kläglich gescheitert. Ich bin froh, den Decoder nicht zerstört zu haben. Ich gehe aber davon aus, dass die kleinen Schwungmassen des sb Antriebs in der Praxis ausreichen werden.

Nachdem die Probefahrt im analogen Betrieb sehr erfolgreich verliefen, soll nun ein ESU LokSound 4.0 eingebaut werden. Das bedeutet 2 Kabel anlöten, den Stecker richtig herum aufsetzen und irgendwie die langen Kabel bändigen, um es in Betrieb zu nehmen. Wie ich das später tarnen soll ist mir momentan noch ein Rätsel.

Wenn man mal ein paar Nächte darüber geschlafen hat, kommen einem neuen Ideen und so kann ich mir einen brauchbaren Platz für den Decoder vorstellen.

Leider gibt es da noch eine Herausforderung: ich muss im fertig gebauten Rahmen Platz schaffen.

Aufgrund der dünnen Holzbauweise habe ich da mächtig Bammel davor gehabt, wollte ich doch nicht das mühsam Gebaute durch nachträgliche Fräsarbeiten wieder beschädigen oder gar unrettbar zerstören. Wer es also ähnlich bauen will, sollte unbedingt vorher die Teile entsprechend nacharbeiten. Letztendlich habe ich es aber dann geschafft. Leider passte das Gehäuse dann doch nicht auf Anhieb, denn der Decoderstecker benötigte auch noch etwas Platz und zwang zu einem weiteren Eingriff.

Und so sieht es dann am Ende aus. Links an der Innenwand sieht man auch noch den Anschlussstecker für die Innenbeleuchtung, die mit F3 auch ein- und ausgeschaltet werden soll.

Jetzt noch die Fenster verglasen, wobei ich zum ersten Mal Klarlack als Kleber für die dem Bausatz beiligenden passgenauen Kunststoffteile genommen habe. Auch hier gab es zuvor nochmals eine (für mich große) Herausforderung, nämlich die Schutzfolie auf beiden Seiten abziehen.

Die ersten Personen sind dann schon mal in die Werkstatt gekommen und haben im neu restaurierten Innenraum Probe gesessen.

Die Passagiere wollen sicherlich nicht im Dunkeln sitzen, wenn sie an einem Winterabend nach Hause fahren. Somit entschied sich Ferdinand auch eine Beleuchtung einzubauen. Im Modell dauerte es eine ganze Weile bis ich eine brauchbare Idee hatte. Malutronik konnte mir eine passende LED-Leiste verkaufen, die in der Länge passte und die Anzahl der Leuchten stimmte auch. Nur wie befestigen? 2 Tage (und Nächte) später kam mir die nun realisierte Idee, die Leiste mit Stabilit Express wie im Bild gezeigt einzukleben.

 

Der erste Gedanke war, die Leiste in das Dach zu kleben, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist die Kontruktion des Daches und insbesondere seine Befestigung noch unklar. Das kleine Bild zeigt, dass man den Querträger kaum noch weiter schwächen kann, zumal das ja im eingebautem Zustand hätte erfolgen müssen. Mit der hier gezigten Lösung bin ich durchaus zufrieden - auch wenn ich mir vorgenommen habe, das nächste Mal sorgfältiger zu kleben.

Eine kleine Anmerkung zwischendurch: Das Fahrzeug fährt auch schon digital, alle Licht- und Geräuschefunktionen kann ich grundsätzlich schalten, aber nach dem mechanischen Fertigstellen wird da noch einiges zu optimieren sein. Insofern kommen jetzt erst einmal die beiden identischen Führerstände dran.

Die vorgesehene Frontbeleuchtung fand ich nicht so toll, passende kanadische Laternen konnte ich auch nicht finden. Letztendlich entschied ich mich für Laternen von Schellenkamp. Wunderschöne Messinggussteile, genial konstruiert, um selbige mit Mikroglühlämpchen oder SMD-LEDs zum Leuchten zu bringen, wobei man das runde Glas noch irgendwie selbst dazu erfinden muss. Ich habe die Laterne mühsam 5 mm aufgebohrt und eine LED mit gleichem Durchmesser und planer Front eingesetzt.

 

Der Flansch der LED passt genau in das vorhandene Loch des Führerstands. In Fahrtrichtung links ist die Anode der LED, die beiden LEDs sind in Reihe geschaltet, dazwischen habe ich den notwendigen Vorwiderstand eingelötet, an die beiden Enden den Stecker. Dazu noch ein stark vereinfachtes Fahrpult mit Handrad für den Motor, Bremshebel und Geschwindigkeitsmesser - ich bin für das Erste zufrieden, auch wenn es noch viel besser geht. Jetzt werden die Fenster verglast, die noch fehlenden Seitenteile eingeklebt und einen Triebwagenführer muss ich auch noch finden.

 

Die Seitenverglasung hat mir in der Originalausführung nicht so gut gefallen. Das linke Bild zeigt warum. Um es beim Zusammenbau nicht allzu kompliziert zu machen, geht die Scheibe (hier noch mit der Schutzfolie) über beide Fenster. Dann bleibt aber ein Loch (grün gekennzeichnet), welches ich schon mal mit einem Stückchen Holz geschlossen habe. Aber ein "Fensterbrett" außen? Nein, dann doch lieber eine Ablage für den Kaffee oder das Vesper für den Triebwagenführer. Das bedeutet, dass ich das vorhandene Fenster zweiteilen muss. Das vordere Fenster einkleben ist dann schon eine Fummelei, denn ein wenig müssen die Ränder auch noch auf Gehrung gefeilt werden. Das rechte Bild zeigt, dass die Feilarbeit noch nicht zu Ende ist.

 

Während bei den Führerständen dann der Klebstoff aushärtet, mache ich mich mal an die inneren Fensterrahmen des Passagierraums. Meine geliebte Ehefrau hat sich hier für weiß lackierte Rahmen entschieden: "Alles nur braunes Holz ist doch langweilig - und außerdem: bräuchte es auch noch Vorhänge, damit man im Sommer von der Sonne nicht so sehr geblendet wird?"

Inzwischen hat George sich mal an seinen zukünftigen Arbeitsplatz begeben. Er ist eigentlich zufrieden, nur im anderen Führerstand ist er nicht so gerne, denn da geht das Auspuffrohr hinauf zu dem Schalldämpfer auf dem Dach. Die Befestigungsschrauben des Führerstands stören ihn aber ganz sicher nicht.

  

Bevor aber die Auspuffanlage überhaupt montiert werden kann, muss ja mal das Dach fertiggestellt werden. Es besteht aus den Dächern zweier MagicTrain-Presonenwagen, die passend gekürzt und zusammengeklebt werden. In meinem Funds gab es ein silbernes und ein schwarzes Dach. Hier mal provisorisch aufgelegt, um zu begutachten, welche Farbe das finale Dach bekommen soll: Die Antwort ist "silber", allerdings soll es nicht neu aussehen, sondern entsprechend der Einsatzzeit des Triebwagens auf meinen Modulen, soll es den Zustand nach mehr als 10 Betriebsjahren darstellen.

Befestigt wird das Dach mittels Magneten. Damit kann ich das ganze Modell auch wieder komplett zerlegen, sollte jemals etwas z.B. an dem Antrieb sein. Wobei ich dabei wenger an den Motor sondern insbesondere an die Elektronik (sprich den Dekoder) denke.

Da der Magnet zwingend Eisenfächen benötigt, habe ich eine Unterlegscheibe in das hölzerne Führerhaus geklebt, da dies die richtige Höhe ergab. Im Kunststoffdach klebt eine Stück von einem alten Eisensägeblatt.

Die nächsten Schritte sind nun das Dach zusammenkleben, spachteln und schleifen. Dann die Bohrungen für die schon erwähnte Auspuffanlage, die Glocke und die beiden Druckluftfanfaren ("Hupen") anbringen. Nach dem Lackieren aller Teile und dem finalen Zusammenbau des Dachs, sollte es einfach nur Klick machen und der Railcar #4 ist fertig.

Naja, nicht ganz. Da das Dach nicht verklebt ist, schließt es nicht vollständig dicht mit dem Wagenkasten ab. Damit dringt die Innenbeleuchtung durch den kleinen Spalt, was mir nicht gefällt. Deshalb habe ich den Innenraum mit schwarzem Papier erst einmal abgedichtet.

Was hat das folgende Bild mit dem Railcar zu tun?

Aus einer hölzernen Häkelnadel, einem Aluminiumdraht aus dem Bastelladen und - nicht mit auf dem Bild - etwas Blumendraht entsteht der Schalldämpfer auf dem Dach. Alle Einzelteile sehen roh, dann so aus:

Nun werden alle Teile lackiert und danach die Kleinteile mit Sekundenkleber befestigt. In der Zwischenzeit (Farbe in Ruhe trocknen lassen ist für einen eher ungedultigen Menschen wie mich eine schwere Zeit) mache ich mir mal Gedanken über die Beschriftung.

Die Eisenbahn war Ferdinands ganzer Stolz. Er stellte sich deshalb nicht einfach mit Farbe aufgemalte Buchstaben und Zahlen vor. Edle, angeschraubte gußeiserne Schilder, wie sie bei den Dampfloks der großen Gesellschaften üblich waren, konnte sich die kleine B&TNL aber nicht leisten. Ein Mitarbeiter namens Frank Knight malte in seiner Freizeit kunstvolle Schilder und war gerne bereit 2 Blechplatten zu gestalten. In Abstimmung mit seinem Arbeitgeber erstellte er letztendlich sogar 4 Schilder: 2 kleine nur mit dem Wappen von Alberta für die beiden Stirnseiten und 2 große mit dem Wappen, dem Namen der Bahngesellschaft und der Fahrzeugnummer für die Seiten.

Ich habe die Schilder mit dem Programm Gimp erstellt und so skaliert, dass ein 10 x 15 cm² großes Foto die Teile in richtiger Größe enthielt. Da ich keinen farbjustierten Bildschirm habe, realisierte ich mehrere Blautöne, so dass ich den besten auswählen konnte. Das Ausschneiden mit dem Cuttermesser auf meiner Glasplatte war dann trotz Leuchtlupe bei dem Wappen eine Herausforderung. Zum Anbringen verwende ich doppelseitige Fotokleber, z.B. Herma Artikel 1070 (das sind keine Fotoecken, sondern ganz dünne Teilchen 10 x 17 mm², das altbekannte Teppichklebeband ist viel zu dick). Das war für ganz kleines Geld in dem Bastelladen vorhanden und war immer noch etwas größer als die Schilder, so dass ich nichts im Internet bestellen musste.

wird noch ergänzt...

Loon Lake Village