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2. Die Weichteile (Stand 06.11.2018)

Das Betriebssystem bekommt man direkt bei Raspberry von http://www.raspberrypi.org/downloads (Raspbian). Das sog. lite-System genügt vollkommen. Um das Image auf die Speicherkarte schreiben zu können muss es entpackt werden.

Mit meinem Ubuntu-PC kopiere dies wie folgt auf eine 16 GB Micro-SD:

df -h
# sagt mir BEVOR ich die SD stecke, welche Devices mein PC kennt

Dann die SD stecken.

df -h
# sagt mir nun den Device-Namen der SD, z.B. /dev/sdb1

umount /dev/sdb1
# Freigeben des Device ist notwendig

Als nächstes muss man in das Verzeichnis wechseln, in dem das entpackte Image liegt. Zum Zeitpunkt des Schreibens heißt diese Datei
2018-10-09-raspbian-stretch-lite.img
Sie wird nun auf die SD kopiert:

sudo dd bs=1M if=./2018-10-09-raspbian-stretch-lite.img of=/dev/sdb
# Hier steht jetzt sdb und nicht sdb1!

Anstelle sdb muss natürlich immer das richtige Device angegeben werden. Achtung: Bei Angabe eines falschen Device hinter of= kann der Anfang der eigenen Festplatte überschrieben werden (Datenverlust!). Das dauert natürlich jetzt ein Weilchen.

Bevor man die SD abzieht, sollte man noch folgendes Kommando eingeben, um sicherzustellen, dass der Cache auch geleert ist.

sync

Jetzt die SD in den Raspberry stecken, diesen ans Netzwerk anstecken und mit Strom versorgen.

Das Problem: die neuen Images von Raspbian haben den notwendigen ssh dekativiert, wie man den aus der Ferne aktiviert, weiß ich nicht. Ich habe mein Fernsehgerät als Monitor genutzt und vom netten Nachbarn eine USB-Tastatur geliehen. Nun gilt es also sich einzuloggen: Der Benutzer heißt pi und das Passwort heißt raspberry. Achtung: das y findet sich, da wo wir das z liegen haben und der später noch notwendigen Strich ist das Minuszeichen im Nummernblock. Los geht's, aber zuvor noch ein wichtiger Hinweis: die Bedienoberfläche von "raspi-config" ändert sich von Version zu Version, es ist aber immer so ähnlich, also nicht gleich verzweifeln, wenn es etwas anders aussieht.

$: login: pi
passwort: raspberry
sudo raspi-config

Mit den Cursortasten kann man navigieren, also hinunter zu "5 Interfacing Options" und die Returntaste gedrückt.

Hinunter nach "P2 SSH" und Returntaste drücken.

Mit der Cursortaste nach links, dann die Returntaste, anschließend kommt der Hinweis "The SSH server is enabled" und man muss nochmals die Returntaste betätigen. Damit landet man wieder im ersten Zustand.

Mit der Tabulatortaste kommt man ganz nach unten, dann mit dem Cursor nach rechts und Returntaste - geschafft! Ab jetzt kann man via SSH aus der Ferne zugreifen, was in meinem Fall viel angenehmer ist, als mit der fliegenden Verdrahtung vor dem Fernsehgerät zu agieren.

Nun braucht man die IP-Adresse, die ich von der Fritzbox bekomme, wo der RPI als "raspberrypi" auftaucht. Man kann diesen Namen lassen oder ändern, das bleibt jedem selbst überlassen. Da ich mehrere Raspberries habe, heißen diese bei mir RaspberryA, RaspberryB, usw.

Auf meinem Ubuntu-PC kann ich nun das Terminal öffnen und für den "ersten" Raspberry folgenden Befehl eingeben:

ssh pi@RaspberryA

Die Abfrage beantwortet man mit yes und schon ist man eingeloggt – sofern man das Passwort kennt, welches als Startwert „raspberry“ lautet. Dieses sollte man als erstes ändern, was mit dem Befehl

passwd

erfolgt.

Anmerkung: Im Internet findet man noch den Hinweis, dass man ggf. einen Fehler "Host key verification failed." bekommt. In diesem Fall muss der Befehl

ssh-keygen -R <IP-Adresse>

eingegeben und obiger Login-Befehl wiederholt werden.

Als nächstes geben wir den Befehl

sudo raspi-config

ein und können nun die Konfiguration einstellen. Das sieht mit „2018-10-09-raspbian-stretch-lite“ wie schon oben gezeigt so aus:

Das Passwort hatte ich schon geändert, konnte also den Punkt 1 überspringen (cursor nach unten).

Unter Punkt 2 kann man den WLAN-Zugang einrichten. Ich habe hier nur den Hostname geändert, damit sich nicht alle meine Rasperries mit dem gleichen Namen bei der Fritzbox melden. Den Punkt 3 habe ich übersprungen, dafür macht es Sinn, den Punkt 4 mit den Landeseinstellungen durchzuführen.

Die erste Abfrage im Untermenü heißt "change locale" und es macht Sinn, "de_DE.UTF-8 UTF-8" zu wählen. Man geht mit den Pfeiltasten an die richtige Stelle, aktiviert mit der Leertaste und mit der Tabulatortaste geht es zu ok.

Als nächstes wählt man noch deutsch als Standardwert, auch wieder mit Pfeil und Tabulatortaste.

Danach muss man nochmals den Menüpunkt 4 anwählen und die Zeitzone Europa / Berlin anwählen. Nach immer dem gleichen Schema werden auch noch das Tastaturlayout und die Wifi-Zone ausgewählt.

Die Navigation kennen wir nun ja schon und so kommen wir zurück in das Startbild der Konfigurationssoftware. Hier kann man nun auch noch unter Punkt 8 das Update des Betriebssystems veranlassen. Dann gehen wir auf "Finish" und geben unsere Zustimmung für den Reboot. Damit unterbrechen wir auch die SSH-Verbindung, die wir anschließend wieder neu öffnen müssen.

Dieser Vorgang des Konfigurierens hat bei rund 10 Minuten gedauert.

Nun gilt es, das System auf den aktuellen Stand zu bringen. Das kann mehrere Minuten dauern.

sudo apt-get update && sudo apt-get -y upgrade && sudo apt-get -y autoremove && sudo reboot

Das Reboot erfordert ein erneutes Einloggen, danach kann FHEM installiert werden.

sudo su

apt-get -f install && sudo apt-get -y install perl libdevice-serialport-perl libio-socket-ssl-perl libwww-perl libxml-simple-perl libcgi-pm-perl libjson-perl sqlite3 libdbd-sqlite3-perl libtext-diff-perl

wget http://fhem.de/fhem-5.9.deb && dpkg -i fhem-5.9.deb
# Anstelle 5.9 (zum Zeitpunkt des Updates dieser Dokumentation) gibt es möglicherweise ein aktuelleres Paket, welches man hier (Letzte Version) findet.

Aufgrund meiner Erfahrung empfehle ich gleich noch ein paar Pakete zu installieren.

apt-get install libjson-perl
# Damit kann ein Logitec Harmony Hub in Kombination mit FHEM eingesetzt werden

apt-get install etherwake
# Damit kann man andere Geräte am LAN aus dem Stand-by aktivieren

apt-get install samba cifs-utils

# Damit kann man netzwerkweit auf Daten zugreifen

exit

sudo reboot

Zum Teil muss man noch zusätzliche Dinge bei den einzelnen Paketen beachten und diese richtig konfigurieren, aber dazu später mehr.

So nun läuft der Kleine! Sollte man ihn jemals ausschalten, dann bitte am besten so:

sudo shutdown -h now

weiter zu: 3. Die Stromversorgung